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Aphten

Aphten sind eine unangenehme Plage, die manche Menschen immer wieder heimsucht. Allein in Deutschland leiden etwa 250.000 Menschen unter Aphten. Die extrem schmerzhaften Bläschen sind nicht nur unangenehm, sondern können in schweren Fällen die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Aphten treten in Form von kleinen Geschwüren vor allem am Zahnfleisch, in Gaumen und Rachen, an der Mundschleimhaut, den Lippen und sogar unter der Zunge auf, wo sie ganz besonders starke Schmerzen verursachen. In Einzelfällen findet man Aphthen sogar im Genitalbereich. Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von Aphten: Die Minor Aphte, an der etwa 85% der Betroffenen leiden, die wesentlich seltenere Major Afte und die herpetiforme Aphte. Leider sind die Ursachen noch kaum erforscht. Doch glücklicherweise sind bereits mögliche Zusammenhänge bekannt, so dass Sie durchaus wirksam vorbeugen können. Wichtige Informationen über Aphten, mögliche Begleiterkrankungen, Prophylaxe und Behandlung erfahren Sie im laufe des Textes.

Was genau ist eine Aphthe?

Aphten sind kleine, milchige Bläschen im Mundraum, die zum Teil starke Schmerzen hervorrufen können. Meist sind sie an der Zunge, der Innenseite der Wangen, den Lippen und im Rachen lokalisiert. Selten findet man Aften auch in den AphtenKieferwinkeln und an den Mandeln. In der Mitte befindet sich ein weißliches – manchmal auch gelbes – Bläschen, das von einem stark geröteten Randsaum umgeben ist. Die helle Farbe wird von Fibrin gebildet. Dieser Stoff entsteht bei der Blutgerinnung und dient hauptsächlich dazu, offene Wunden zu verkleben. Da die Aphthe meist schon am ersten Tag platzt, führen die Körperfunktionen dieselbe Prozedur wie bei jeder anderen Verletzung durch.

Aphten sind nicht ansteckend, da sie keine Infektion darstellen. Die einzige Ausnahme bilden die herpetiformen Aphten im Rahmen einer Stomatitis aphtosa. Erfahren Sie hier mehr zum Thema Ansteckung und den seltenen Fällen, in denen tatsächlich Vorsicht geboten ist.

Aphten sind sehr schmerzempfindlich. Je nach Region ihres Auftretens kann die Beeinträchtigung des Alltagslebens mehr oder weniger hoch sein. So kann beispielsweise das Kauen oder Schlucken zur Qual werden. Mit etwas Glück tauchen die Aphthen an einer wenig beanspruchten Stelle auf, und Sie haben nur Schmerzen beim direkten Kontakt mit der Nahrung. Weshalb Aphten derartig schmerzhaft sind, können Sie im Text noch detaillierter nachlesen.

Sind Aphten ansteckend?

Aphten sind nicht ansteckend. Früher wurden bakterielle oder virale Ursachen bei der Entstehung diskutiert. Heute ist man sich in der Fachwelt weitestgehend einig darüber, dass es sich bei Aphten nicht um Infektionskrankheiten handelt und somit auch keine Ansteckungsgefahr besteht. Die Aphte wird mittlerweile von der überwiegenden Anzahl der Fachleute für eine Autoimmunreaktion gehalten. Ähnlich wie bei einer Allergie reagiert der Körper bei autoimmunen Prozessen auf Reize, die eigentlich nicht krankmachend (pathologisch) sind. Das Immunsystem greift sozusagen den eigenen Körper an. Rheuma ist ein weiteres Beispiel für eine bekannte Autoimmunerkrankung.

Aber Vorsicht: Bei herpetiformen Aphten im Rahmen einer Stomatitis aphtosa (auch Mundfäule genannt) ist der Auslöser das Varizella Zoster Virus, das auch für Gürtelrose und Windpocken verantwortlich ist. Da sich im Rahmen dieser Erkrankung meist über hundert Aften im gesamten Mundbereich bilden, sollten Sie einfach Vorsicht walten lassen, wenn Sie mehr als vereinzelte Läsionen im Mundraum haben.

Die Ansteckung bei der Mundfäule erfolgt vorrangig über direkten Kontakt der Mundschleimhaut mit einer anderen Person. So kann es zu einer Übertragung beim Küssen oder beim Oralverkehr kommen, aber auch durch Benutzen desselben Bestecks mit dem Infizierten. Da vor allem Kinder eine Stomatitis aphtosa bekommen, sollten Sie während der Erkrankungsdauer besonders auf Hygiene achten.

“Normale” Aphten sind dagegen vollkommen harmlos. Sie können also unbeschwert Ihren Partner küssen und müssen sich keine Gedanken über eine mögliche Übertragung machen.

Warum sind Aphten so schmerzhaft?

Jeder, der sie schon einmal hatte, weiß aus leidvoller Erfahrung: Aphten sind so schmerzhaft, dass man es kaum aushält. Gerade wenn man sich versehentlich in die geschwollene Schleimhaut gebissen hat oder ein Nahrungsteilchen die Aphte direkt berührt. Dabei sind die kleinen Störenfriede meist so winzig! Wie kann es sein, dass Aphten dann solch extreme Schmerzen verursachen?

Der Grund hierfür liegt in der gesamten Struktur der Aphthen: Wie schon erwähnt, sind Aphten im Grunde nichts anderes als kleine Verletzungen. Sobald sie entstehen, nimmt die dort befindliche Schleimhaut in den oberen Schichten Schaden.Aften Normalerweise ist die Oberfläche dieser Schleimhaut von einer natürlichen Barriere umgeben, welche körperfremde Stoffe und Erreger wie Pilze, Viren und Bakterien davon abhält, tiefer einzudringen. Diese Schutzfunktion ist durch die Aphte nicht mehr vorhanden – ein kleines Loch ist entstanden.

In den unteren Schichten der Schleimhaut befinden sich jedoch deutlich mehr Nervenzellen als oben – ansonsten hätten Sie bei jeder Mahlzeit Schmerzen. Nun liegen diese Nervenenden frei und reagieren auf jeden Reiz äußerst empfindlich. Besonders der Kontakt mit scharfem oder saurem Essen kann extrem schmerzhaft sein.

Aphten schmerzen eher spontan, wenn sie durch einen äußeren Reiz (Nahrung, Zähne) gereizt werden. Ein kontinuierlicher Schmerz ohne Reizung ist eher die Seltenheit.

Treten die Apthen an einer ungünstigen Stelle auf, kann es zu teils massiven Sprech- oder Schluckbeschwerden kommen. Kommen die Aphten häufig vor, wie bei chronisch rezidivierender Aphtose, können Betroffene sogar deutlich an Gewicht verlieren, da die Nahrungsaufnahme durch die Schmerzen erschwert ist. Die betroffenen Stellen spielen bei der Schwere der Symptome eine größere Rolle als der Umfang der Afte selbst. Somit sind kleinere Aphten nicht unbedingt weniger schmerzhaft, wenn sie eine ungünstige Position in der Mundschleimhaut eingenommen haben. Besonders starke Beschwerden machen dabei Aften an der Zunge, während sie an den Innenseiten der Wangen leichter zu ertragen sind.

Drei Arten von Aphthen

Aphten existieren in drei Variationen: Die Minor Aphten, die etwa 85 % der Erkrankungen ausmachen, die Major Aphten, welche viel seltener und weitaus größer sind und die herpetiformen Aphten, die meist im Rahmen der Mundfäule (Stomatitis aphtosa) auftreten.

Die Minor Aphten entsprechen der häufigsten Form und sind eigentlich gemeint, wenn Laien von einer “Aphte” sprechen. Sie sind verhältnismäßig klein und treten überwiegend einzeln auf. Weitere Informationen über diese Aphten Art finden Sie hier.

Major Aphten wiederum zeichnen sich durch ihre erhebliche Größe (bis zu 3 cm) aus und machen etwa 10 – 15% der aphtösen Erkrankungen aus. Weitere Informationen zu dieser seltenen Art finden Sie hier.

Herpetiforme Aphten unterscheiden sich erheblich von ihren anderen beiden Namensvettern. Hierbei entstehen Hunderte von Bläschen in der gesamten Mundhöhle. Meist geschieht dies im Rahmen einer Stomatitis aphtosa (Mundfäule). Lesen Sie hier alles Wissenswerte über die seltenste und unangenehmste Form der Aphten.

Hilfsmittel gegen Aphten

Minor Aphten – Die häufigste Form der kleinen Plagegeister

Bei den Minor Aphten handelt es sich um den Haupttypus dieser Erkrankung. Die meisten Menschen meinen ausschließlich diese Form, wenn sie an Aphten denken. Bis zu 85% aller aphtösen Krankheiten bestehen aus den typischen Minor Aphten. Die Geschwüre sind meist kleiner als 5 mm, können aber dennoch bei ungünstiger Lage äußerst schmerzhaft sein.

Minor Aphten

Häufig tritt die Minor Aphte allein (Fachwort: solitär) auf. In nicht wenigen Fällen wird sie jedoch von anderen begleitet, so dass beim Betroffenen 2 bis 4 Aphthen gleichzeitig am Zahnfleisch erscheinen. Die Aften bleiben in der Regel 7 bis 14 Tage erhalten, bevor sie ohne Komplikationen abheilen.

Üblicherweise leiden erkrankte Personen nicht nur einmalig an einer Aphte, sondern an häufig wiederkehrenden Wunden. Das Fachwort hierfür lautet “rezidivierende Aphtose” (rezidivierend für wiederkehrend) oder auch “habituelle Aphtose” (habituell: gewohnheitsmäßig).

Major Aphten – Die großen Unbekannten

Major Aphten sind mit etwa 10% der aphtösen Erkrankungen deutlich seltener anzutreffen als ihre kleinen “Kollegen”. Mit einer Größe von bis zu 3 cm handelt es sich um weitaus umfangreichere Geschwüre. Sie reichen bis in wesentlich tiefere Major AphtenSchleimhautschichten als die Minor Aphten, was sie nicht nur schmerzhafter, sondern auch deutlich komplizierter werden lässt.

Die Dauer der Heilung kann Wochen, oder in schweren Fällen sogar Monate umfassen. Nicht selten bleibt anschließend eine Narbe in der Mundschleimhaut zurück.

Herpetiforme Aphten und Stomatitis aphtosa

Herpetiforme (also: herpesähnliche) Aphten sind die seltenste, zugleich aber auch unangenehmste Form der aphtösen Erkrankungen. Hierbei treten ganze Gruppen von Läsionen auf, die allerdings mit 2 bis 3 mm pro Apthe verhältnismäßig klein ausfallen. Durch die schiere Anzahl ist diese Form allerdings trotzdem am schmerzhaftesten.Herpetiforme Aphten

Meist ist die gesamte Mundhöhle von den kleinen Ulcera bedeckt (“Ulcus” bedeutet in der Medizin “Geschwür”, “Ulcera” im Plural). Der Betroffene leidet daher an mehr als 100 Aphten gleichzeitig!

Schwer abzugrenzen sind die herpetiformen Aphten mit der Mundfäule, auch Stomatitis aphtosa genannt. Die Mundfäule tritt überwiegend bei Kindern auf und wird durch das Varizella Zoster Virus ausgelöst – eine Unterform des Herpes-Virus, die auch für Windpocken und Gürtelrose verantwortlich ist. Handelt es sich um Mundfäule, geht diese Hand in Hand mit Windpocken einher. Sowohl Stomatitis aphtosa, als auch Windpocken kann man nur einmal im Leben bei der Erstinfektion bekommen. Das Virus bleibt allerdings lebenslänglich im Körper erhalten. Wird es im Zuge eines schwachen Immunsystems wieder aktiviert, erscheint das Varizella Zoster Virus fortan als extrem schmerzhafte Gürtelrose (Herpes Zoster).

Bei der Mundfäule kann es vorkommen, dass die einzelnen Apthen der Schleimhaut miteinander verschmelzen. Begleitet werden die Aphten von starken Schwellungen von Zahnfleisch, Zunge und Rachen. Dabei treten erhebliche Schmerzen beim Kauen, Schlucken und Sprechen auf. Die betroffenen Kinder haben häufig bis zu 5 Tage Fieber. Die ersten Schwellungen bei Beginn der Erkrankungen sind übrigens schmerzlos – Schmerzen entwickeln sich erst im Verlauf der Infektion. Auch kann es durch die Entzündung zu Zahnfleischbluten oder geschwollenen Halslymphknoten kommen. Ein säuerlicher Mundgeruch ist bei Stomatitis aphtosa ebenfalls häufig vorhanden.

Die Mundfäule heilt nach ungefähr 7 Tagen ohne Komplikationen aus, eine medikamentöse Behandlung ist nicht notwendig.

Die Ursachen von Aphten sind vielfältig

Aphthen
Orale Aphthen

Um es gleich vorweg zu sagen: Eine wissenschaftlich bestätigte Ursache für Aphten existiert nicht. Stattdessen gibt es vielfältige Theorien zur Entstehung von Aphthen, die Sie nicht ignorieren sollten. Denn nur, weil eine Verbindung noch nicht in Studien nachgewiesen werden konnte, heißt das noch lange nicht, dass bestimmte Zusammenhänge (wie ein schlechtes Immunsystem) nicht tatsächlich vorhanden wären. Medizinische Studien sind oftmals sehr aufwändig und teuer – und vor allem ist es nicht einfach, Zusammenhänge nach wissenschaftlichen Standards (und die sind ziemlich hoch angesetzt) absolut sicher zu beweisen. Hier finden Sie eine ausführliche, Deutsche Studie zu Aphten

Bekannt ist, dass Frauen häufiger als Männer an Aphten leiden. Dies führt zur Theorie über mögliche hormonelle Zusammenhänge. So sollen beispielsweise Betroffene einen deutlich geringeren Estradiol-Wert im Blut besitzen als gesunde Personen. Häufig korrelieren Aften mit dem Beginn der Wechseljahre oder dem Menstruationszyklus.

Auch treten Aphten familiär gehäuft auf, was die Frage nach einer genetischen Prädisposition (Veranlagung) aufwirft.

Vor allem aber entwickeln sich Aphten besonders stark bei Menschen mit einem schlechten Immunsystem. Damit sind auch ganz gewöhnliche, immunkompetente Personen gemeint. Denn Jeder kennt sicherlich die Situationen, zu denen eine Erkältung, Lippenherpes, Akne und gegebenenfalls Aphten zeitgleich auftreten. Ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen kann ebenfalls die Entstehung von Aphten begünstigen.

Ähnlich wie der Lippenherpes (mit dem man die Aphte unter gar keinen Umständen verwechseln sollte), kommen die kleinen, unangenehmen Bläschen im Mund immer genau dann zum Vorschein, wenn einem schon generell “nicht gut” ist. Dieses allgemeine Unwohlsein wird fast immer von einem schwachen Immunsystem ausgelöst.

Welche Faktoren beeinflussen nun unsere körpereigene Abwehr so stark, dass wir nicht nur Bakterien, Viren und Pilzen Tür und Tor öffnen, sondern auch den unangenehmen Begleiterscheinungen wie den Apthen?

Ein wichtiger und entscheidender Faktor ist Stress. Bitte nehmen Sie diesen nicht auf die leichte Schulter. Das Wort “Stress” beinhaltet viele Komponenten, angefangen mit Überforderung durch zu viele Aufgaben im Leben, Probleme bei der Arbeit oder mit der Familie, bis hin zu mangelndem Schlaf. Die Schwächung des Immunsystems als Folge davon ist ein vollkommen natürlicher Vorgang. Es bedeutet auch nicht, dass Ihre Aphten “psychisch” bedingt sind. Lesen Sie hier weitere Informationen zum Thema “Stress, Immunsystem und Aphten”.

Doch das Immunsystem kann nicht nur durch Stress geschwächt werden. So haben Menschen, die an chronischen Krankheiten – wie Diabetes mellitus oder rheumatischen Erkrankungen – leiden, ein deutlich höheres Risiko, an Aphten zu erkranken, als vergleichsweise gesunde Personen. Weitere Informationen über Erkrankungen, die häufig von Aphten begleitet werden, finden Sie hier.

Nicht zu verwechseln sind Erkrankungen, die “echte” Aphten als Komplikation mitbringen, mit Differentialdiagnosen. Das heißt, der Betroffene bekommt Aphthen ähnliche Erscheinungen, hat aber eine gänzlich andere Erkrankung. Gerade wenn Sie häufig unter Aphten leiden oder sehr viele gleichzeitig bekommen, sollten Sie sich mit den Differentialdiagnosen vertraut machen.

Die banalsten Ursachen von Aften sind kleine Verletzungen der Mundschleimhaut. Diese können durch einen Biss ins eigene Zahnfleisch, scharfkantiges Essen oder auch Zahnspangen und -prothesen erfolgen. Sollten Sie eine Prothese tragen, achten Sie auf Druckstellen, denn selbst kleine mechanische Reize, die Sie kaum bemerken, können Aphten hervorrufen.

Aphten, Stress und das Immunsystem

Ja, Aphten können durch Überforderung, psychische Probleme oder andere mentale Belastungen entstehen. Obwohl ihre Ursache nicht genau geklärt ist, weiß man doch, dass Aphten besonders bei schwacher Immunlage auftreten. Und Stress beeinflusst das körpereigene Abwehrsystem massiv. Dabei muss man jedoch von akutem und dauerhaftem Stress unterscheiden.

Bei kurzfristigen Situationen (z.B. eine mündliche Prüfung) wird die unspezifische Abwehr sogar gestärkt. Dieser Teil des Aphten StressImmunsystems sorgt vor allem dafür, dass man sich gar nicht erst eine akute Infektion zuzieht Die spezifische Abwehr dagegen wird geschwächt. Dieser Teil kümmert sich um Infektionen und Erkrankungen, die bereits im Körper vorhanden sind. Da Aphten jedoch rezidivieren (wiederkehren), können selbst bei kurzen Stresssituationen Läsionen auftreten – denn immerhin ist die Erkrankung schon latent vorhanden. Ähnlich funktioniert ein Rezidiv beim Lippenherpes.

Schlimmer sind jedoch langfristige Sorgen und Belastungen, da beide Teile des Immunsystems dabei “schlapp” machen. In einer solchen Phase freuen sich Herpes- und Erkältungsviren, denn die Festung ist nun unbewacht. Und heimlich, still und leise schlüpfen die Aphten auch mit hinein…

Aphten sind Begleiter vieler Erkrankungen

Nicht nur Diabetiker plagen sich oft mit den kleinen Geschwüren. So treten sie zum Beispiel auch bei der Zöliakie auf – eine Unverträglichkeit auf Gluten, das in Getreideprodukten zu finden ist. Der Körper ist hierbei nicht mehr in der Lage, Gluten ausreichend zu verstoffwechseln, so dass die betreffenden Nahrungsbestandteile unverdaut in den Dickdarm gelangen. Dort werden sie von Fäulnisbakterien zersetzt, was zu einer Dysbiose führt (eine falsche Zusammensetzung der Darmflora). Bekanntermaßen gilt der Darm als “Sitz der Gesundheit”. Ist die Flora nicht in Ordnung, leidet das Immunsystem. Und das kann dann natürlich wieder zu Aphten führen. Andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz, können ebenso das Risiko für Aphten erhöhen. Das gleiche gilt natürlich auch für Allergien.

Andersherum geht es übrigens auch: Nicht die Aphte begleitet eine andere Erkrankung, sondern kann stattdessen selbst Begleiter haben. Dies äußert sich meist in Form von sogenannten “Superinfektionen”. Das Wort leitet sich aus dem Lateinischen Wort “super” ab, das “oben” oder “oben drüber” bedeutet. Kurz gesagt: Eine Infektion setzt sich auf eine andere Infektion “oben drauf”. Das ist gar nicht so selten, denn die durch die Entzündung bereits geschwächten Partien sind ein wahrer Anziehungspunkt für Mikroorganismen der unfreundlichen Art. Aphten werden deshalb häufig von Bakterien, Viren oder Pilzen zur Verbreitung genutzt. Tritt ein solcher Fall ein, kann eine Behandlung mit Antibiotika, Antimykotika (Anti-Pilz-Mitteln) oder Virostatika (Mitteln gegen Viren) angezeigt sein. Sollte das Gebiet, in dem sich Ihre Apthe befindet, plötzlich anschwellen oder eitern, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Anhand eines Abstrichs können Mikroorganismen erkannt und gezielt behandelt werden.

Differentialdiagnosen zur Aphte

Am häufigsten kann man Aphten mit Lippenherpes verwechseln. Denn das Virus kann in seltenen Fällen auch innerhalb des Mundraums auftauchen. Genauso wie eine Aphte auch die Lippen befallen kann. Normalerweise hilft der Krankheitsverlauf bei der Unterscheidung: Traten die Symptome erstmalig eher außen oder innen auf? Gibt es weitere Geschwüre und wenn ja, wo befinden sich diese? Im Gegensatz zu Aphten kann man Herpes mit Aciclovir-Creme behandeln, die möglichst frühzeitig auf die Wunde aufgetragen werden sollte. Eine Aphte ist jedoch mit diesem Wirkstoff nicht therapierbar.

Eine besonders “üble” Differentialdiagnose ist Morbus Behcet – eine seltene rheumatische Erkrankung, die vorwiegend Menschen aus dem Mittelmeerraum befällt. Sie zählt zu den Kollagenosen und geht neben Muskel- und Gelenkschmerzen mit Blasenbildung in Mund und Genitalbereich einher. Glücklicherweise sind die Aphthen beim Morbus Behcet meistens schmerzlos. Darüber hinaus bleiben die einzelnen Läsionen für eine lange Zeitdauer unverändert an ihrem Platz. Sollten Sie also Aphthen haben, die lang anhalten und schmerzlos sind, sollte an diese seltene Erkrankung gedacht werden – vor allem dann, wenn unspezifische Allgemeinsymptome wie Schwäche, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen oder erhöhte Temperatur mit den Bläschen einhergehen.

Unter den Differentialdiagnosen sollten Speichelsteine nicht unerwähnt bleiben. Dabei handelt es sich um Verhärtungen aus Kalziumphosphat, welche die Speichelgänge blockieren und so zu einer Entzündung unter der Zunge führen können. Klassische Aphten treten dabei jedoch nicht auf.

Feigwarzen, die vor allem als Geschlechtskrankheit im Genitalbereich eine Bedeutung haben, können auch im Mundraum auftreten. Dabei sehen sie Aphten täuschend ähnlich. Die Krankheit wird durch das HPV Virus (Humanes Papilloma Virus) übertragen und führt zu gutartigen, tumorähnlichen Hautveränderungen. Im Gegensatz zu Aphten sind die Warzen allerdings schmerzlos.

Die Hand-Fuß-Mund Krankheit, die vor allem bei Kindern auftritt, geht ebenfalls mit Apthen an den genannten Stellen einher. Verursacht wird die Infektion durch das Coxsackie-A-Virus. Obwohl die kleinen Geschwüre große Ähnlichkeit mit Aphten haben, sollte das begleitende Fieber und die betroffenen Stellen schnell verdeutlichen, dass es sich nicht um klassische Aphten handelt. Ein Kinderarzt sollte hinzugezogen werden.

Sogar die Geschwüre, die im Zuge einer Syphilis im Mund auftreten, können Aphten imitieren.

Vorbeugung und Behandlung

Vorbeugung ist immer die beste Medizin. Wer bekanntermaßen unter Aphten leidet, kann mit unseren Tipps möglicherweise das Auftreten verringern oder sogar gänzlich eindämmen. Ist das Unglück schon geschehen, könnte Ihnen möglicherweise eine unserer Behandlungsmethoden zusagen. Die Therapien sind im Übrigen nicht immer medikamentös – lassen Sie sich überraschen.

Achten Sie auf eine gesunde Ernährung

Da Aphten vor allem bei schlechter Immunsituation auftreten, ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung besonders wichtig, um Rezidive zu verhindern. Für einen optimalen Effekt sollte viel Obst und Gemüse Ihren Speiseplan beherrschen. Verzichten Sie auf eine zu große Menge an Kohlenhydraten (Weißmehlprodukte, Zucker). Wenn möglich, sollten Sie Ihre Mahlzeiten frisch selbst zubereiten und Fertigprodukte nur selten zu sich nehmen. Vor allem sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Gerichte auf eine genügende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen achten. Im stressigen Berufsleben ist das leider oft nur noch mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln möglich.

Trinken Sie am besten 2 bis 3 Liter Wasser pro Tag (an heißen Sommertagen mehr). Kräuter- oder Früchtetees sind eine gute Alternative für mehr Geschmack. Genießen Sie Fruchtsäfte eher in Maßen (viele Kalorien) und setzen Sie auf Direktsaft, statt auf Konzentrate.

Zahnpasta ohne Natriumlaurylsulfat

Das Tensid Natriumlaurylsulfat ist in vielen Zahncremes und Körperreinigungsmitteln enthalten. Leider kann die Chemikalie Zahnfleischreizungen verursachen und daher Aphten begünstigen. Darüber hinaus gilt die Substanz auch als allergieauslösend. Achten Sie daher beim Kauf Ihrer Zahncreme auf die Inhaltsstoffe. Natriumlaurylsulfat wird häufig auch unter dem englischen Begriff “Sodium Lauryl Sulfate” verkauft.

Laserbehandlung beim Zahnarzt

Manche Zahnarztpraxen bieten Diodenlaserbehandlungen für Aphten an. Diese Methode kann das Geschwür mit sofortiger Wirkung beseitigen, ohne eine Narbe zu hinterlassen. Besonders lohnenswert ist die Behandlung daher bei den großen Major Aphten, die nicht selten Narben hinterlassen.

Der Eingriff ist nur bei Aphten im Weichteilgewebe möglich, da ansonsten der Kiefer verletzt werden könnte. Insgesamt dauert die Prozedur nur 1 bis 2 Minuten mit Betäubung. Nach dem Eingriff ist es sofort wieder möglich, schmerzlos zu essen.

Die Therapieform kostet zwischen 50 und 80 Euro und wird von den gesetzlichen Krankenkassen leider nicht übernommen. Achten Sie bei der Wahl Ihres Zahnarztes auf einen erfahrenen Experten mit Fortbildung in Lasermedizin.

Medikamente und Hausmittel

Medikamtentös werden in erster Linie die Symptome der Aphten behandelt, da eine ursächliche Therapie bisher noch nicht möglich ist. Zum Einsatz kommen unter anderem Medikamente, welche über der Aphte einen Schutzfilm bilden, um die schmerzhaften Berührungen zu vermeiden. In dieselbe Richtung gehen Präparate, die eine oberflächliche Betäubung der eingeriebenen Stelle verursachen (z.B. Lidocain).

Einige Cremes verätzen Aphten, um ihre Heilungschancen zu erhöhen. Allerdings äußern sich Kritiker negativ über diese Methode, da die Gefahr der Verätzung gesunder Hautpartien besteht.

Bei herpetiformen Apthen wird oftmals Kortison verordnet – ein Medikament, das die körpereigene Immunabwehr hemmt. Der Vorteil daran ist ein Absinken der Entzündungsaktivität. Langfristig betrachtet, kann Kortison jedoch auch schädigen. Da Aphten häufig bei schlechter Immunlage erscheinen, würde dieses Medikament die Situation auf Dauer eher verschlechtern. Am ehesten ist es geeignet, um kurze, heftige Schübe von Aphten in den Griff zu bekommen.

Wie die Medikamente behandeln Hausmittel vorrangig die Symptome und nicht die Aphten selbst. So können lindernde und entzündungshemmende Präparate wie Kamillen- oder Salbeitee angewandt werden. Teebaumöl, Myrrhentinktur oder Rhabarberwurzelextrakt dienen dazu, direkt auf die Aphten aufgetragen zu werden. Keimabtötende Mundspülungen unterstützen Sie dabei, einer Superinfektion mit Bakterien oder anderen Erregern vorzubeugen.

Einen ausführlichen Bericht über Medikamente bei Aphten finden Sie hier.